Jahresbericht 2020 vom Educat Kollektiv

Das Jahr 2020 ist für uns alle anders gelaufen als erwartet. Für uns als Educat Kollektiv sollte es das Jahr werden, in dem wir nach längerer Planungs- und Aufbauphase so richtig starten: mit mehr Wanderungen, neuen Methoden & Workshopformaten und mehr Begegnung und Austausch mit euch. Corona und der Lockdown haben uns gezwungen, nochmal umzuplanen. Weil wir in Berlin und Dresden gleichermaßen sind, hatten wir uns schon etwas Erfahrung darin, uns online zu koordinieren und ein schnelles Umstellen auf interaktive Onlineformate machte uns Spaß und hat seither trotz Pandemie viele Austausche, Lernmomente und Begegnungen u.a. zu Antidiskriminierung, Reflexion von Männlichkeit und Fortbildungen für Bildungsarbeiter*innen, ermöglicht.

Diesem schnellen Umstellen und euch als Unterstützer*innen, Spender*innen und Teilnehmer*innen verdanken wir es, dass wir als Kollektiv bisher (anders als viele andere Initiativen, Vereine und Individuen) gut durch die Corona-Zeit gekommen und in der erfreulichen Situation sind, auch für 2021 auf eine Menge spannende Projekte hinarbeiten zu können.

Seit Beginn der Pandemie versuchen wir, den persönlichen und kollektiven Umgang mit dem Virus, Lohnarbeit, Homeschooling und politische Arbeit unter einen Hut zu bringen und versuchen, Teil der Suche nach mehr progressiven Inhalte und Forderungen als Antwort auf die Pandemie zu sein, abseits einer “die Wirtschaft muss weiter laufen, koste es was es wolle”-Logik.

Im Sommer 2020 konnten wir dann doch noch Gedenkwanderungen und Präsenz-Seminare durchführen. Gerne denken wir an die Zeit mit euch in der sächsischen Schweiz zurück oder an unser Organizing-Seminar mit Fridays for Future Brandenburg. Auch das Seminar zu Klasse und Klassismus mit dem Bildungswerk der Heinrich-Böll-Stiftung und die Jugendleiter*innenausbildung mit dem Jugendrotkreuz Brandenburg gehören zu unseren Präsenz-Highlights des letzten Jahres.

Als es dann wieder in den Herbst-Lockdown ging, waren wir froh, uns noch intensiver mit neuen Lernformaten beschäftigen zu können, wie das Entwickeln einer online-angeleiteten, selbstständig durchführbaren Gedenktour mit der ActionBound-App sowie Bildungspodcasts zu Klassismus und Frauen* im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Auch konnten wir uns international vernetzen und werden, so die Situation es zulässt, gemeinsam mit tollen Partner*innen aus Russland, Belarus und der Ukraine in 2021 und 2022 einen transnationalen Fachkräfte-Austausch zu Gedenkkulturen machen.

Außerdem läuft unsere Spendenkampagne nun seit einigen Wochen und wir sind überwältigt von eurer Unterstützung. Innerhalb von 2 Monaten haben wir durch betterplace und als direkte Spenden über 5.000€ Spenden erhalten. Das damit verbundene positive Feedback und Vertrauen in unsere Arbeit motiviert uns sehr.

Unser erstes Spendenziel war schnell erreicht: dringend notwendige Moderationsmaterialien, die auf ihren vollen Einsatz bei den nächsten Präsenz-Seminar warten, aber auch jetzt schon genutzt werden.
Das zweite Spendenziel konnten wir ebenfalls schnell realisieren: die Ausfinanzierung eines Wanderseminars, sodass die Teilnahme für alle möglich ist, egal, was im Geldbeutel hergibt. Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr – vorausgesetzt, dass es Corona-konform möglich ist – mehr Wanderungen als sonst anbieten können und haben uns entschieden, bei jeder Wanderung kostenfreie Soli-Plätze finanziert durch die Spendenkampagne anzubieten. Infos zu Anmeldung und Terminen veröffentlichen wir, sobald das Infektionsgeschehen absehbarer ist.
Das dritte Spendenziel läuft noch: Team Dresden kann wegen eurer Spenden nun im Februar 2021 ein neues Büro in Nachbarschaft zu unseren Kollektiv-Genoss*innen von Kolle Mate beziehen.
Wir hoffen, dass die Spendenbereitschaft weiter groß bleibt, sodass wir auch unsere restlichen Ziele noch erreichen können: Büroplätze in Berlin, ein Vortrag zu Frauen* im Widerstand, die Neukonzeption des Workshops “Critical Westness”, ein Seminar zu “Macht gestalten?!”, eine Utopien-Werkstatt sowie die Finanzierung von Forschungsarbeit zum KPD-Archiv-Fund, der in einer Felsspalte entdeckt wurde. Für diese Ideen und Projekte brennen wir, sodass wir auf jeden Fall umsetzen möchten. Durch eure Spenden (hier) haben wir mehr Freiheit und Zeit, uns tatsächlich inhaltlich damit zu beschäftigen statt uns mit Anträgen und Fördermitteln rumzuschlagen.

Insgesamt blicken wir also mit Sorge, aber auch voller Freude den kommenden Monaten entgegen! An dieser Stelle vielen Dank für eure Unterstützung und euer Vertrauen. Das alles wäre ohne euch so nicht möglich gewesen!

Eure Edu-Tatzen

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